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	<title>gapyear - where's willy?</title>
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		<title>Time Flies</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Oct 2009 11:47:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
				<category><![CDATA[deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtet]]></category>
		<category><![CDATA[daheim]]></category>

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		<description><![CDATA[
Exakt ein Jahr später. Jahrestag. Es hört so auf, wie es anfing.
Ich fahr abends in die Stadt. Treff mich mit Leuten. Trink auf das Neue und Unbekannte. Nur die Anspannung ist verflogen. In Teil 1 war ich nervös, traurig, gespannt. Es waren die letzten Stunden in Deutschland.
In Teil 2 bin ich glücklich. Es passt einfach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" title="Time Flies" href="http://www.whereswilly.de/2009/10/time-flies"><img class="aligncenter size-full wp-image-1126" style="border: 1px solid black;" title="Time Flies" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/10/times-flies2.JPG" alt="Time Flies" width="530" height="134" /></a></p>
<p>Exakt ein Jahr später. Jahrestag. Es hört so auf, wie es anfing.<br />
Ich fahr abends in die Stadt. Treff mich mit Leuten. Trink auf das Neue und Unbekannte. Nur die Anspannung ist verflogen. In Teil 1 war ich nervös, traurig, gespannt. Es waren die letzten Stunden in Deutschland.</p>
<p><span id="more-1117"></span>In Teil 2 bin ich glücklich. Es passt einfach alles. Nicht angespannt, sondern entspannt. Ich versuche nicht die Zukunft einzuschätzen. Ich schätze das Erlebte. Vergangenheit schreibe ich hier absichtlich nicht. Vergangen impliziert, dass es wieder fort ist. Einmal passiert und dann in der Versenkung verschwunden.</p>
<p>Die Zeit hat aber &#8211; glaube ich jedenfalls &#8211; bleibende Spuren hinterlassen, die nicht so einfach vergehen werden. Ich merk zwar, dass ich nicht mehr so bin, wie direkt nach dem nach Hause Kommen. Aber ich bin auch nicht mehr so, wie vorm Wegziehen. Entspannter, ausgeglichener.<br />
Und Teil 2 ist nicht das Ende. Es ist mehr ein Zwischenspiel. Die Rückkehr zum Ausgangspunkt, bevor es wieder weiter geht. Etwas mehr als ein Jahr nach dem ersten Aufbruch geht es in ein paar Tagen erneut los. Diesmal mehr Business als Pleasure.</p>
<p>Teil 3 trägt die Überschrifft &#8216;Studium&#8217; und spielt in Bremen.</p>
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		<title>Leise</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Jun 2009 16:24:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
				<category><![CDATA[bericht]]></category>
		<category><![CDATA[daheim]]></category>

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		<description><![CDATA[
Der Rucksack ist wieder verstaut, das Zimmer wieder chaotisch, ich wieder faul. Über eine Woche bin ich jetzt schon daheim und irgendwie ist alles beim Alten. Leider?
Es ist schön wieder zu Hause zu sein. Bekannte Gesicher wiedersehen. Bekanntes Essen wieder essen. Blind den Weg kennen. Endlich wieder einfach nichts tun und sich über nichts Gedanken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/06/leise"><img class="alignnone size-full wp-image-1114" style="border: 1px solid black;" title="Leise" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/leise.jpg" alt="Leise" width="530" height="136" /></a></p>
<p>Der Rucksack ist wieder verstaut, das Zimmer wieder chaotisch, ich wieder faul. Über eine Woche bin ich jetzt schon daheim und irgendwie ist alles beim Alten. Leider?</p>
<p><span id="more-1111"></span>Es ist schön wieder zu Hause zu sein. Bekannte Gesicher wiedersehen. Bekanntes Essen wieder essen. Blind den Weg kennen. Endlich wieder einfach nichts tun und sich über nichts Gedanken machen. Nicht jeden Tag überlegen, wie die Reise weitergeht. Nicht ständig auf Achse sein. Nicht immer auf der Suche nach dem günstigsten Essen im Supermarkt sein.<br />
Aber das hat man irgendwie schnell auch satt. Zu Hause wird man eingelullt. Hier wird man binnen Tagen phlegmatisch. Macht sich zu wenig Gedanken um seine Umgebung. Alles scheint bloß eine Aneinanderreihung von Tagen zu sein. Immer der gleiche Trott und irgendwie passiert auch nichts. Das Leben ist hier bestimmt nicht ereignislos, irgendwie aber schon langsamer und leiser.</p>
<p>Auf der Reise war ich ab und zu einsam. Die meiste Zeit aber war man unter Leuten. Jede Woche hatte man einen neuen besten Freund. Nur für ein paar Tage, aber kurze Zeit später trifft man jemand neues, mit dem man wieder ein Stück reisen kann. Hier ist es nun so, dass man fast nur von den gleichen Leuten umgeben ist. Leute, die man schon ewig kennt; Freundschaften, die über Jahre gewachsen sind. Und doch sieht man sich weniger. Die Einsamkeit auf der Reise treibt einen immer wieder unter Menschen. Jeder ist alleine weit weg von daheim. Und das verbindet. Hier sind die Freunde immer da, man kann mit ihnen chatten, telefonieren, sich immer wieder mal treffen. Die Bekanntschaften beim Reisen sind da anders. Sie sind kürzer, dafür aber meist umso intensiver. Insgesamt mag man am Ende genauso einsam sein, wie am Anfang, zwischendurch ist man aber immer mit Freunden unterwegs. Unterwegs habe ich mehr geredet als zu Hause.</p>
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		<title>big city life</title>
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		<pubDate>Sun, 07 Jun 2009 13:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
				<category><![CDATA[bericht]]></category>
		<category><![CDATA[japan]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich fahre aus den Schluchten der Großstadt. Einige Wolkenkratzer ziehen an mir vorbei. Die Häuser werden kleiner. Irgendwann sind sie nur noch zweistöckig. Durch die dichtbesiedelten Wohngebiete zieht sich ein Netz von Straßen und Bahnlinien, die Adern der Großstadt, über- und unterirdisch, manche Straßen liegen über den Häusern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/06/big-city-life"><img class="alignnone size-full wp-image-1109" style="border: 1px solid black;" title="big city life" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/big-city-life2.jpg" alt="big city life" width="530" height="157" /></a></p>
<p>Ich fahre aus den Schluchten der Großstadt. Einige Wolkenkratzer ziehen an mir vorbei. Die Häuser werden kleiner. Irgendwann sind sie nur noch zweistöckig. Durch die dichtbesiedelten Wohngebiete zieht sich ein Netz von Straßen und Bahnlinien, die Adern der Großstadt, über- und unterirdisch, manche Straßen liegen über den Häusern.</p>
<p><span id="more-1108"></span>Je weiter ich fahre, desto grüner wird es. Man sieht die ersten Parks. Uferpromenaden. Wälder. Reisfelder. Ich lasse die Großstadt für einige Zeit hinter mir. Aber eigentlich kann man ihr hier nicht wirklich davon laufen. Ich lasse die Stadt eher neben mir liegen, während ich von einer Metropole zur nächsten fahre und Städte meine Route zieren. Ein Moment um den Wahnsinn aus der Distanz zu betrachten.<br />
Ich mag das Leben in der Stadt. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt. The sky is the limit, nicht nur metaphorisch. Und doch weiß ich nicht, ob ich das Leben in Tokio mag. Eine der größten Städte der Welt und eine wahre Wundertüte. An jeder Ecke etwas neues zu entdecken, oft auch etwas sehr altes. Mitten in Akahabara, auch Electric Town genannt, der Stadtteil, der komplett mit Elektronik-, Manga- und DVD-Shops übersät zu sein scheint, verstecken sich Uralte Tempel. Und das ist die Regel, wo immer man in Tokio hingeht, wie sehr man sich auch in die Zukunft versetzt fühlt, die Geschichte des Landes ist gleich um die Ecke.<br />
Aber das alles ist zu viel. So schön das Großstadtleben auch ist. Ich glaube, hier wurde es für mich überreizt. Es fehlt die Ruhe, die Rückzugsmöglichkeit. Aus der Stadt zu kommen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Man kann ihr scheinbar nicht entkommen. Besonders nach Neuseeland scheint Japan eine einzige, unendliche Stadt zu sein. Hat einen in Neuseeland eine Busfahrt von mehr als 30 Minuten garantiert mitten ins Nichts geführt, muss man in Japan stundelang reisen, nur im in dünner besiedelte Regionen zu kommen.<br />
Und doch würde ich gern noch einige Zeit in Metropolis verbringen. Die Möglichkeiten sind unbegrenzt, man kann es kaum begreifen. Eine Stadt, die wie ein Mosaik aus vielen kleinen Städten zusammen gesetzt ist. Jeder Stadtteil scheint einem besonderen Zweck zu dienen. Unterhaltung, Shopping, Kultur. Ein echter Abenteuerspielplatz, der einen schnell verschlingt. Der Segen der Großstadt ist gleichzeitig der Fluch Tokios.<br />
The sky is the limit. Scheint aber auch der einzige Weg zu sein, der Stadt zu entkommen.</p>
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		<title>Kalt und roh</title>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 17:54:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
				<category><![CDATA[bericht]]></category>
		<category><![CDATA[japan]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>

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		<description><![CDATA[
Jetlag kann auch so seine Vorteile haben. Ich wache verfrüht auf, gehe aber zu einer normalen Zeit zu Bett. Das Ergebnis: Der Tag ist länger. Der Preis ist zwar, dass ich dabei komplett fertig werde. Langsam schwinden die Kräfte. In meinen ersten Tagen musste ich es aber sogleich ausnutzen.
Noch den neuseeländischen Rhythmus im Blut wache [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/06/kalt-und-roh"><img class="alignnone size-full wp-image-1103" style="border: 1px solid black;" title="Kalt und roh" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/kalt-und-roh.jpg" alt="Kalt und roh" width="530" height="137" /></a></p>
<p>Jetlag kann auch so seine Vorteile haben. Ich wache verfrüht auf, gehe aber zu einer normalen Zeit zu Bett. Das Ergebnis: Der Tag ist länger. Der Preis ist zwar, dass ich dabei komplett fertig werde. Langsam schwinden die Kräfte. In meinen ersten Tagen musste ich es aber sogleich ausnutzen.</p>
<p><span id="more-1102"></span>Noch den neuseeländischen Rhythmus im Blut wache ich die ersten Tage zwischen Vier und Sechs auf. Welch besseren Zeitvertreib gibt es da, als mit verschlafenen Augen und müden Gliedern inzwischen von rasenden Transportern, schreienden Auktionatoren, gefrorenen Thunfischen und fotografierwütigen Touristen auf einem der größten Fischmärkte der Welt umher zu streifen. Gelockt von einem Vormittag voller Chaos und Fisch bin ich kurzerhand morgens um Fünf mit der ersten U-Bahn zum Tsukijimarkt gefahren. Jeden Tag kommt hier frühmorgens der Fang aus aller Herren Meere an, von wenigen Zentimeter großen Muscheln bis hin zu mehreren hundert Kilo schweren Thunfischen.<br />
Beim ersten Betreten des Marktes komme ich mir vor wie im Irrenhaus. Es herrscht reger Betrieb. Von allen Seiten kommen kleine Lieferwagen angerast. Die Pfade sind kaum mehr als vier Meter breit. Überall stehen riesige Trucks. Links und rechts häufen sich meterhohe Styroporberge aus den ganzen weggeschmissenen Kühlboxen. Einige Händler laufen umher, die meisten fahren aber auf ihren kleinen Transportern. Keiner hupt aber alle drängeln. Und inzwischen des ganzen Gewusels versuchen immer wieder ein paar Touristen zum Auktionshaus zu kommen, dem Highlight des Marktes.<br />
In einer riesigen Lagerhalle liegen hunderte von mächtigen, gefrorenen Thunfischen. Zwischen den Reihen wandern die Händler hindurch und inspizieren den Fang. Nach einigen Minuten bricht dann der Wahnsinn los. Glocken fangen an zu klingeln und wenige Sekunden später fangen auch die Auktionatoren an wie wild die Preise auszurufen. Während sie vom Schreien rot anlaufen und hyperventilieren, heben die Händler nur ab und zu ein paar Finger. Wenig später ist das Spektakel auch schon wieder vorbei, aller Fisch verkauft und schon aus der Halle gezogen. Während die verkauften Fische nun von meterlangen Sägen klein geschnitten wird, werden schon die nächsten Fische in die Halle gebracht und das Spiel beginnt von vorn.<br />
Ich verlasse die Auktion, spaziere noch ein wenig durch die vielen Halle und werfe einen Blick auf Waren aus aller Herren Länder. Komme mehrmals beinahe unter die Räder und entscheide mich nun doch lieber in die Sicherheit eines Sushirestaurants zu flüchten. Es ist Frühstückszeit und wo kann der Fisch frischer sein, als am Markt. Vor den Restaurants auf dem Marktgelände sind teilweise meterlange Schlangen. Doch die Auswahl ist groß und ich finde einen Laden, der einladend und doch nicht zu voll aussieht. Nach Tausenden von Portionen Sushi in Australien und Neuseeland kann ich nun endlich „echtes“ Sushi von einem japanischen Sushimeister probieren. Nebenbei werden mir noch die Geheimnisse des korrekten Sushiessens verraten und ich gönne mir zum Frühstück eine riesigen Portion rohen Fisch und Reis.<br />
Und während ich zurück zum Hostel gehe um noch ein wenig Schlaf nach zu holen, wacht auch der Rest der Stadt dann auf.</p>
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		<title>Tagnacht</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 23:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
				<category><![CDATA[bericht]]></category>
		<category><![CDATA[japan]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>

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		<description><![CDATA[Die letzten Tage ist es ein wenig still hier geworden. Liegt aber nicht an mangelndem Material. Das Problem ist die Zeit. Wie soll ich zum Schreiben kommen, wenn ich kaum Zeit zum Schlafen habe. Werde versuche die verpassten Tage nachzuholen. Doch wo fang ich an... Am besten mit dem, was noch frisch ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/06/tagnacht"><img class="alignnone size-full wp-image-1095" style="border: 1px solid black;" title="Tagnacht" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/tagnacht.jpg" alt="Tagnacht" width="530" height="140" /></a></p>
<p>Die letzten Tage ist es ein wenig still hier geworden. Liegt aber nicht an mangelndem Material. Das Problem ist die Zeit. Wie soll ich zum Schreiben kommen, wenn ich kaum Zeit zum Schlafen habe. Werde versuche die verpassten Tage nachzuholen. Doch wo fang ich an&#8230; Am besten mit dem, was noch frisch ist.</p>
<p><span id="more-1094"></span>Ich wache auf. Es ist schon fast mitten in der Nacht. Wälze mich ein paar mal von der einen auf die andere Seite. Ich quäle mich aus dem Bett, dusche, zieh mich an, mach mich fertig. Wer weiß, wann ich wieder nach Tokyo komme. Muss die Zeit, die ich hier habe, komplett ausnutzen. Das hat in der Vergangenheit schon oft dazu geführt, dass ich zu den unmmenschlichsten Zeiten mich aus dem Bett quäle und tagsüber schlafe. Um vier Uhr morgens ging es zum Fischmarkt, heute geht es um Mitternacht noch einmal raus. Es gibt immer noch einen Stadtteil von Tokyo, den ich noch nicht gesehen habe und einen Club, den ich besuchen muss.  Ich hoffe, dass ich reinkomme. Wenn nicht, bin ich die Nacht über in der Stadt gefangen. Von Mitternacht bis Fünf Uhr morgens fahren keinen U-Bahnen. Es ist 23:30. Ich bin müde und steige in eine der letzten U-Bahnen des Tages. Die Bahn ist fast komplett voll, es ist Freitag Nacht, die Meisten fahren nach Hause.</p>
<p>In Shibuya angekommen werde ich von den Eindrücken erschlagen. Es ist kurz nach Mitternacht, Neonreklamen erleuchten die Kreuzung taghell, überall rennen noch Menschen herum. Ich versuche mich zurecht zu finden, bin aber trotz Karte nicht in der Lage mich zu orientieren. Frage eine Konfliktschlichterstreife, ob sie mir den Weg zeigen kann. Plötzlich bin ich der Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Die Patroullie wird von einem Kamerateam begleitet, das anscheinend den Arbeitsalltag des Teams dokumentiert. Ob sie wirklich gebraucht werden, glaubt man kaum. Tausende Jugendliche sind auf den Straßen, alle Gruppen sind vertreten; Hopper, Goths, Dance- und Mangafans, Japaner und Ausländer. Und doch ist nicht die geringste Form von Konflikten zu spüren. Die Atmosphäre ist komplett entspannt, trotz einer Unzahl von Angetrunke aller Gruppen. Nach einer kurzen Besprechung werde ich von ca. zehn Personen direkt zum Eingang des Clubs gebracht. Und ich einigen Wochen kann es jeder hier in Japan sehen. Alleine hätte ich ihn aber auch nie gefunden. Mitten in einer schmalen Gasse, eine riesige Betonwand mit einem winzigkleinen Schild, nichtmal eine Schlange ist draußen, alle warten drinnen im Trockenen.</p>
<p>Ich betrete den Laden und stelle mit Erschrecken fest, dass Ausweise kontrolliert werden. Am Türsteher hört die Reise in die Welt der Highclassclubs dann auch schon auf. Das Trinkalter in Japan ist 20. Da fehlen mir noch ein paar Monate. Ich zeige meinen Ausweis vor, der Türsteher mustert ihnt und lässt mich rein. Der Sinn der Kontrolle wird mir nicht bewusst.<br />
Ich trete durch die erste Tür, stehe in einer Art Lounge/Restaurant. Von oben kann man schon die Musik hören. Ich hole mir ein Getränk und gehe in den ersten Stock. Der Club ist der Wahnsinn. Eine riesen Tanzfläche, genug Platz für jeden, man muss nicht lange auf seine Getränke warten. Und doch sind mindestens 1000 Personen hier. Und die Licht- und Soundanlage ist einfach weltklasse. Die nächsten Stunden sind der Wahnsinn.</p>
<p>Mit dem Aufgang der Sonne gehen dann auch die Lichter im Club aus bzw die Beleuchtung an. Die Massen verstreuen sich, die meisten wandern zurück zur U-Bahn-Station. Es ist 5:30. Ich bin hellwach und steige in eine der ersten U-Bahnen des Tages. Die Bahn ist nur leicht gefüllt, es ist Samstag Morgen, die meisten fahren nach Hause.</p>
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		<title>Endspurt</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jun 2009 19:21:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
				<category><![CDATA[bericht]]></category>
		<category><![CDATA[japan]]></category>
		<category><![CDATA[betrachtet]]></category>
		<category><![CDATA[unterwegs]]></category>

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		<description><![CDATA[
Noch nie auf meiner Reise hat der Abschied so geschmerzt wie heute. Ich sitze alleine im Bus. Fahre durch Auckland. Lasse die Stadt hinter mir. Das wahre Neuseeland, die Natur, hab ich schon vor einigen Tagen verlassen. Aber nun ist auch dieses Kapitel zu ende und ich blättere um.
Neuseeland war einfach unbeschreiblich. Zu schade, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/06/endspurt"><img class="alignnone size-full wp-image-1088" style="border: 1px solid black;" title="Endspurt" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/06/endspurt2.jpg" alt="Endspurt" width="530" height="160" /></a></p>
<p>Noch nie auf meiner Reise hat der Abschied so geschmerzt wie heute. Ich sitze alleine im Bus. Fahre durch Auckland. Lasse die Stadt hinter mir. Das wahre Neuseeland, die Natur, hab ich schon vor einigen Tagen verlassen. Aber nun ist auch dieses Kapitel zu ende und ich blättere um.</p>
<p><span id="more-1084"></span>Neuseeland war einfach unbeschreiblich. Zu schade, dass ich nur sechs Wochen dafür hatte. Das Land ist so klein und doch gibt es unendlich viel zu sehen. Ich konnte meine Liste der must-do&#8217;s zwar nahezu komplett abhaken und doch sind noch tausende Sachen hier ungetan. Egal wohin man geht, es gibt immer irgendetwas einzigartiges, irgendetwas, was man gesehen haben muss, was man gemacht haben muss. Es gibt immer einen Ort, den man nicht auf seiner Karte hat, der aber faszinierend klingt. Es gibt so viele kleine Brillanten hier, das Land ist eine wahre Schatztruhe. In meinen sechs Wochen konnte ich nur die wirklich großen Klunker sehen, die Zeit ist einfach zu knapp.</p>
<p>Aber nicht mit hängenden Mundwinkeln nach hinten schauen. Das war noch nicht das letzte Kapitel. Das Ende von Neuseeland bedeutet den Anfang von Japan. Und auch da habe ich mir eine Liste mit den must-see&#8217;s zusammengestellt. Und diesmal ist es noch schlimmer. In Japan gibt es genauso viel zu sehen wie in Neuseeland, meine Zeit ist aber noch kürzer. Zehn Tage. Das reicht nur für eine kurze Sightseeingtour von Tokio nach Kyoto und in die umliegenden Orte. Und selbst das wird stressig. Japan wird wohl der hektischste Teil meiner Reise. Manchmal wird man müde vom Reisen, aber wenn es genug zu tun gibt, rafft man sich immer wieder gerne auf. Und das ist jetzt definitiv der Fall. Jetzt heißt es noch einmal alles geben. Ich schlage das letzte große Kapitel meiner Reise auf. Endspurt.</p>
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		<title>a long way down</title>
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		<pubDate>Sat, 30 May 2009 00:24:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
				<category><![CDATA[bericht]]></category>
		<category><![CDATA[neuseeland]]></category>
		<category><![CDATA[nordinsel]]></category>
		<category><![CDATA[feuer]]></category>

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		<description><![CDATA[
Mit dem Tongariro Crossing hatte ich meinen letzten Punkt auf der Liste der zu erledigenden Dinge abgehakt. Es stand aber noch etwas anderes drauf, über das noch nicht geschrieben wurde, was aber schon kurz vorher gestrichen werden konnte. Aus einem Flugzeug springen.
Das Wetter hier in Taupo war bei meiner Ankunft hier so unglaublich gut, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/05/a-long-way-down"><img class="alignnone size-full wp-image-1078" style="border: black 1px solid;" title="a long way down" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/a-long-way-down.jpg" alt="a long way down" width="530" height="141" /></a></p>
<p>Mit dem Tongariro Crossing hatte ich meinen letzten Punkt auf der Liste der zu erledigenden Dinge abgehakt. Es stand aber noch etwas anderes drauf, über das noch nicht geschrieben wurde, was aber schon kurz vorher gestrichen werden konnte. Aus einem Flugzeug springen.</p>
<p><span id="more-1077"></span>Das Wetter hier in Taupo war bei meiner Ankunft hier so unglaublich gut, dass ich mich kurzfristig dazu entschlossen habe, doch noch Fallschirmspringen zu gehen. Gegen zehn in Taupo angekommen, um elf geht es dann auch schon auf zum Flughafen.<br />
Wir setzen uns ins Flugzeug. Jeder hat seinen Sprungharnisch an und alles wichtige wurde besprochen.  Mit mir springen noch zwei andere, was sechs Personen im hinteren Teil des Flugzeugs bedeutet. Viel Platz hat man so nicht. Aber allzu lange bleibt man ja sowieso nicht drin. Da ich als erster springe, sitze ich direkt an der riesigen Plexiglastür und kann den Ausblick beim hoch fliegen komplett genießen. Zuerst fühlt es sich noch wie ein normaler Flug an, nur in einem winzig kleinen Flugzeug. Umso höher man steigt und umso länger man im Flugzeug sitzt, desto mehr fängt man an zu realisieren, das es zwar wie ein normaler Flug scheint, die normale Landung aber fehlt.<br />
Wir steigen immer höher und es ist Zeit sich sprungfertig zu machen. Ich zieh meine Handschuhe an, setz die Fliegermütze auf und zieh die Brille ins Gesicht. Gleichzeitig hakt mich mein Tandempartner an seinen Harnisch. Wenig später gleitet die Tür auf und es liegt nichts mehr zwischen uns und den Wolken. Wir robben zum Ausstieg und hängen in der Tür, klammern uns an die kleinen Stangen außerhalb des Flugzeugs. Der Wind rast an einem vorbei und der Boden scheint ewig weit entfernt zu sein. Wir fliegen über den Wolken, man kann die Felder und die Stadt unter uns sehen. Winzig klein neben dem riesigen See (so groß wie Singapur). In der Ferne die weißen Gipfel der Berge des Tongariro Crossings. Nach einem Augenblick in der Tür kommt das Zeichen, dass wir abspringen können und wir lassen los.<br />
Wir fallen aus dem Flugzeug. Drehen uns in der Luft. Liegen kurz auf dem Rücken. Sehen das Flugzeug über uns weiterfliegen. Und das Fallen nimmt kein Ende. Das Flugzeug wird immer kleiner. Wir liegen auf dem Bauch. Der Wind nimmt einem jegliche Kontrolle über das Gesicht. Mit 200 km/h rasen wir dem Boden entgegen. Das Gefühl ist unbeschreiblich. Das Fallen scheint unendlich. Wir fliegen durch die Wolken, in denen Regenbögen zu sehen sind.  Und plötzlich fehlt der Wind. Nach fast einer Minute geht der Fallschirm auf und man hat Zeit sich wieder zu fangen. Aus dem Rausch Richtung Erdboden wird ein gemütliches Gleiten. Man kann einzelne Häuser sehen, die Flugzeuge auf dem Flughafen, die Autos auf der Straße. Wir ziehen ein paar Kreise in der Luft, einige Rundblicke. Man kann die Menschen die Menschen auf dem Flughafen sehen, die nur auf unsere Landung warten.<br />
Wir setzen auf.</p>
<p>Ich hab ein riesiges Grinsen im Gesicht, das noch ewig hält.</p>
<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/05/a-long-way-down"><img class="alignnone size-full wp-image-1081" style="border: black 1px solid;" title="a long way down" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/a-long-way-down2.jpg" alt="a long way down" width="530" height="265" /></a></p>
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		<title>The good and the bad</title>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 00:42:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
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Damit wäre auch der letzte Punkt auf meiner Liste der Dinge, die ich hier in meiner kurzen Zeit in Neuseeland unbedingt machen möchte, abgehakt. Aus dem Tongariro Crossing ist tatsächlich noch etwas geworden. Aufgrund meines Zeitplanes hatte ich nur am Donnerstag die Möglichkeit zu wandern und am Donnerstag war das Wetter einmalig.
Das Tongariro Crossing (oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/05/the-good-and-the-bad"><img class="alignnone size-full wp-image-1075" style="border: black 1px solid;" title="The good and the bad" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/the-good-and-the-bad.jpg" alt="The good and the bad" width="530" height="138" /></a></p>
<p>Damit wäre auch der letzte Punkt auf meiner Liste der Dinge, die ich hier in meiner kurzen Zeit in Neuseeland unbedingt machen möchte, abgehakt. Aus dem Tongariro Crossing ist tatsächlich noch etwas geworden. Aufgrund meines Zeitplanes hatte ich nur am Donnerstag die Möglichkeit zu wandern und am Donnerstag war das Wetter einmalig.</p>
<p><span id="more-1074"></span>Das Tongariro Crossing (oder der? Oder die? Ich werde höchstwahrscheinlich alle Artikel benutzen. Oder soll ich „the“ nehmen?) wird hier in Neuseeland als die Beste der Eintageswanderung bezeichnet. Es ist eine atemberaubende Strecke. Man startet unterhalb eines noch aktiven Vulkans (was aber nicht bedeutet, dass man glühende Lava, vom Himmel fallende Steine oder riesige Rauchschwaden sieht), marschiert einige Zeit durch eine tundraähnliche Hochebende, klettert anschließend fast senkrechte Pfade zwischen erstarrtem Lavagestein hoch, wandert durch alte schneebedeckte Krater und hinunter zu bunten Schwefelseen. Eine Vielfalt, wie man sie wohl nur in Neuseeland bekommen kann.<br />
Mittlerweile ist Winter, was das Wetter noch unvorhersehbarer macht, als es hier eh schon ist. Alle Gipfel im Tongariro Park sind mit Schnee bedeckt. Und da fängt dann auch das an, was mir an Neuseeland in keinster Weise gefallen mag. Es wird komplett übertrieben. Fragt man in der Touristeninformationen zum Zustand des Tracks werden einem die verrücktesten Horrorgeschichten erzählt, die einem mit dem Gefühl stehen lassen, man schaffe die Wanderung nicht ohne Sherpas und himalajaerfahrene Guides. Und sowieso ist es ja die einzige Möglichkeit mit Guides da hochzukommen. Steigeisen seien Pflicht. Und da man im ganzen Ort natürlich keine Steigeisen sich leihen kann, macht man also eine Tour.<br />
Die Strecke liegt teilweise im Schnee. Da ist aber selbst mit Turnschuhen vorankommen gewährt. Welche mit eigenem Auto sind einfach hingefahren und mir ihren Adidasschuhen dort rumgekraxelt. Mit Steigeisen hochzulaufen ist manchmal ein paar Sekunden schneller. Ein Ding der Unmöglichkeit wäre es ohne die aber auf keinen Fall gewesen. Und die Tour an sich war auch ein Witz. Aufgrund der Gruppe waren wir nicht schnell genug, um das komplette Crossing zu machen und mussten so mitten auf dem Weg wieder umdrehen. Da hätte ich alleine mehr geschafft.<br />
Warum ich mich darüber so ärgere? Ich hätte einen Lift zum Crossing und zurück bekommen können, die haben aber aufgrund der Vorhersagen der Touristeninfo nur den Anfang der Strecke geplant und wollten dann umdrehen. Ich wollte die ganze machen und hab mich für die Tour entschieden. Heute die beiden wieder getroffen, die haben ihre Meinung geändert und sie die ganze gelaufen und die Tour hat auch ihre Meinung geändert.</p>
<p>Fazit: Tongariro Crossing ist der Hammer. Eine super Wanderung, die definitiv zu den Besten gehört. War aber auf keinen Fall so unglaublich schwer, wie behauptet und die Tour ist eine reine Geldverschwendung. Damit wäre mein Frust dann auch von der Seele geschrieben. Musste mich einmal leicht echauffieren.</p>
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		<title>So much to do, so little time</title>
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		<pubDate>Sun, 24 May 2009 09:52:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
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Ich stehe noch nicht vor Ruinen, aber das Gebäude, auf das ich blicke, ist von Rissen durchzogen. Noch steht es, aber es ist einsturzgefährdet. Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Zeitplan für die letzte Woche in Neuseeland aufgeht tendiert gegen Null.
Am ersten Juni früh morgens fliege ich von Auckland nach Japan. Zwischen Auckland und mir liegen noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/05/so-much-to-do-so-little-time"><img class="alignnone size-full wp-image-1070" style="border: 1px solid black;" title="So much to do, so little time" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/so-much-to-do-so-little-time1.jpg" alt="So much to do, so little time" width="530" height="162" /></a></p>
<p>Ich stehe noch nicht vor Ruinen, aber das Gebäude, auf das ich blicke, ist von Rissen durchzogen. Noch steht es, aber es ist einsturzgefährdet. Die Wahrscheinlichkeit, dass mein Zeitplan für die letzte Woche in Neuseeland aufgeht tendiert gegen Null.</p>
<p><span id="more-1068"></span>Am ersten Juni früh morgens fliege ich von Auckland nach Japan. Zwischen Auckland und mir liegen noch vier Stopps. Einer davon recht lange, da ich immer noch hoffe, die Tongariro Crossing Wanderung zu machen. Nun hatte ich vorgesehen, dass ich meine Zeit komplett ausnutze und erst Sonntag gegen Nachmittag in Auckland ankomme, noch ein paar Stunden in der Stadt verbringe und mich dann auch gleich zum Flughafen aufmache. Am Samstag könnte ich eh nicht nach Auckland (da fährt kein Bus von meiner Tour) und am Freitag ist absolute Zeitverschwendung. Nun ist dieser Plan aber stark ins Schwanken geraten. Zwei Dinge gefährden diesen Ablauf, bzw. machen ihn schon unmöglich.<br />
Das erste und eher kleinere Problem ist die Fähre. Noch befinde ich mich auf der Südinsel, möchte morgen aber wieder nach Norden übersetzen. Derzeit ist das Wetter hier aber recht schlecht und die letzten zwei Tagen sind die Fähren aufgrund des Wellengangs nahezu komplett ausgefallen. Einen Tag könnte ich zwar unter Umständen opfern, dann muss das Wetter an dem Tag, an dem ich die Wanderung machen will, gut sein. Von da an hab ich keine Zeit mehr zu warten.Das zweite und viel größere Problem ist, dass ich mein Zugticket für Japan noch nicht habe und es das nur in Auckland zu kaufen gibt. An einem Sonntag aber nicht verkauft wird. Heißt ich muss Samstag oder vielleicht sogar schon Freitag in Auckland ankommen oder es mir über tausend Umwege per Post zustellen lassen.<br />
Die einzige Möglichkeit, die ich derzeit sehe, ist einige Stationen nun zu überspringen. Man kann nicht alles auf einmal sehen. Und das Wetter lässt einem derzeit auch nicht allzu viel Hoffnung. Für die nächste Zeit soll erst einmal alles Grau in Grau sein.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1071" style="border: 1px solid black;" title="Aufstieg" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/so-much-to-do4.jpg" alt="Aufstieg" width="530" height="132" /></p>
<p>Dafür aber hatte ich vor drei Tagen absolutes Glück. Immerhin eine meiner geplanten Wanderungen konnte ich durch ziehen. Von Arthur&#8217;s Pass hoch auf den Avalanche Peak. Auf über 1800 Meter, oberhalb der bushline, durch metertiefen Schnee, unter strahlend blauem Himmel. Der perfekte Tag und ein wahnsinniger Ausblick. Keine einzige Wolke, die Sicht kilometerweit. So ging immerhin schon einmal ein Teil meines Wanderplanes auf.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-1072" style="border: 1px solid black;" title="Ausblick" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/so-much-to-do2.jpg" alt="Ausblick" width="530" height="179" /></p>
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		<title>Der Berg ruft</title>
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		<pubDate>Mon, 18 May 2009 07:59:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jasper</dc:creator>
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Als erster irgendwo zu sein, ist immer gut. Als erster seine Spuren im Schnee zu hinter lassen ist aber nochmal etwas ganz besonderes. Wenn man weiß, dass niemand vor einem heute dieses Weg gegangen ist. Der Schnee liegt einem völlig unberührt zu Füßen. Vor einem nur die Weite der Steppe und der Berge.
Aus dem anfänglich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a style="border-bottom: 1px dotted #d7150b" href="http://www.whereswilly.de/wordpress/2009/05/der-berg-ruft"><img class="alignnone size-full wp-image-1065" style="border: 1px solid black;" title="Der Berg ruft" src="http://web368.sv10.net-housting.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/05/der-berg-ruft.jpg" alt="Der Berg ruft" width="530" height="154" /></a></p>
<p>Als erster irgendwo zu sein, ist immer gut. Als erster seine Spuren im Schnee zu hinter lassen ist aber nochmal etwas ganz besonderes. Wenn man weiß, dass niemand vor einem heute dieses Weg gegangen ist. Der Schnee liegt einem völlig unberührt zu Füßen. Vor einem nur die Weite der Steppe und der Berge.</p>
<p><span id="more-1064"></span>Aus dem anfänglich perfekten Weg wird immer mehr ein Fluss. Das Wasser stand zwar auch schon zuvor mitten auf dem Pfad, mittlerweile ist der Pfad nun aber non existent. Immer noch versuche ich verzweifelt meine Füße trocken zu behalten. Elfenhaft springen ich von Stein zu Stein. Ich hüpfe wie eine Ballettänzerin von Insel zu Insel. Ein kleiner Zwischenschritt und ein großer Sprung, Arme hoch gerissen, das rechte Bein gestreckt nach vorne, den Rand der Pfütze anvisiert. Nun ein Spagat, mit je einem Fuß links und rechts des riesigen Wasserloches kämpfe ich mich zentimeterweise vorwärts. Die ganze Landschaft ist hellweiß, nur auf den gekieselten Wegen ist der Schnee schon geschmolzen. Ich ringe immer noch mit der Tatsache, dass meine Füße nass werden und  versuche endlich auf dem trockenen zu bleiben.<br />
Bis ich den Weg überhaupt nicht mehr sehen kann. Vor mir ein Bergkamm, rechts von mir ein Gletscherfluss. Um mich herum tausend kleine Bäche, die die komplette Landschaft überflutet haben. Ohne den genauen Weg zu kennen bahne ich mir einen Weg hoch auf den Kamm. Oben angekomme analysiere ich die Umgebung und erkenne, dass ich die größten Arme des Baches überqueren muss. Wieder versuche ich trocken zu bleiben, versinke in der Wiese aber immer wieder fast bis zu den Knöcheln. Nun sind meine Füße doch nass. Damit wäre auch das krampfhafte rum gehüpfe vorbei. Ich schalte von Elf zu Juggernaut und marschiere querfeldein zum nächsten Abschnitt des Pfades. Kein springen von Stein zu Stein. Einfach durch den Bach. Meine zwei Paar Socken und eigentlich wasserdichten Laufschuhe arbeiten nun wie ein Neoprenanzug. Meine Füße sind warm.<br />
Ich laufe weiter durch eine tundraähnliche Landschaft, überall kleine Grasbüschel, durchsät mit kleinen Felsen und komplett schneebedeckt. Mein Weg führt immer flussaufwärts, bis ich an seiner Quelle ankomme. Ein riesiger See zu Füßen eines noch größeren Gletschers, eingerahmt von einigen der höchsten Bergen Neuseelands. Auf dem See treiben einige Eisberge, riesige Brocken, die vom Gletscher abgefallen sind. Minuten der absoluten Ruhe und Einsamkeit. Ein Gefühl, das nicht in Bilder gefasst werden kann (was auch an den vielen Wolken lag).<br />
Auf dem Weg zurück kann ich es mir nicht nehme lassen einen kleinen Umweg zu machen und einen Steilhang am Ufer eines anderen Gletschersees zu erkunden. Geschätze 100 Meter über dem See kämpfe ich mich durch Geröll, Eis und Schnee. Ein Donnern in der Ferne lässt ein aufziehendes Gewitter vermuten. Es will gar nicht mehr aufhören. Erst nach mehreren Sekunden ist der Lärm endlich vorrüber. Der Himmel ist komplett bewölkt, nach einem Unwetter sieht es aber eigentlich nicht aus. Es muss eine Lawine gewesen sein. Ich klettere weiter den Hang entlang, bis ich zu einer Stelle komme, wo es nicht weitergeht. Die Bergwand ist nun fast senkrecht, einige Felsbrocken und komplett vereist. Ich ruhe mich ein wenig aus und genieße die Aussicht über Gletscher und See, als es wieder anfängt zu Donnern. Diesmal viel dichter. Und wieder eine gefühlte Ewigkeit lang. Man kann es förmlich spüren. Ich stehe immer noch mitten im Steilhang. Es sieht in meinen Augen nicht lawinengefährdet aus, trotzdem gibt es nichts erschreckenderes als einen Erdrutsch zu hören, der keine 500 Meter entfernt ist. Ich drehe um und gehe vorsichtig den Hang zurück zum eigentlichen Weg. Hinter mir höre ich es noch einmal Donnern, diesmal aber wieder weit in der Ferne. Der Weg zurück zum Anfang ist nun kaum noch wieder zu erkennen. Wo anfänglich unberührter Schnee lag, ist nun alles zertrampelt und matschig. Es ist kein vergleich zu den Bedingungen vor einigen Stunden.<br />
Der Berg hat gerufen und ich bin dem Ruf heute als Erster gefolgt. Das war das frühe Aufstehen auf jeden Fall wert.</p>
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